Leider werde ich bei der Heim-Europameisterschaft vom 14. bis 16. August in Heidelberg nicht auf der Matte stehen.
Im Para-Judo werden wir durch eine augenärztliche Klassifizierung in Startklassen eingeteilt. Meine turnusmäßige Klassifizierungs-Überprüfung konnte am Dienstag nicht abgeschlossen werden, zusätzliche Untersuchungen wurden angefordert. Ich habe mich noch am selben Nachmittag augenärztlich untersuchen lassen. Die Unterlagen liegen dem Weltverband seitdem vor. Das heißt: Über meine bisherige Startklasse J1 ist noch nicht entschieden worden. Solange das Verfahren läuft, darf ich allerdings nicht starten. Nach dem Regelwerk wird es beim nächsten möglichen Termin fortgeführt. Die nächste Gelegenheit dafür wäre die Weltmeisterschaft im September in Georgien.
Mein Bundesverband, der Deutsche Behindertensportverband (DBS), hat dazu ebenfalls eine Pressemitteilung veröffentlicht.
Seit die Europameisterschaft nach Heidelberg vergeben wurde, habe ich mich auf dieses Wochenende gefreut. Familie, Freunde und Weggefährten wollten hier endlich wieder vor Ort erleben, wie ich kämpfe, viele aus der Region und aus meiner norddeutschen Heimat.
In Heidelberg stehe ich jeden Tag im Training auf der Matte, hier durfte ich 2024 den Grand Prix gewinnen. Jetzt wäre der große Tag gekommen, diese Heim-Europameisterschaft erfolgreich zu bestreiten. Ich war bereit, meinen Titel zu verteidigen. Ich hätte sehr gern gekämpft.
Respekt vor den Regeln gehört für mich zum Judo. Ich nehme das Verfahren an. Mit meinem Team habe ich alles vorbereitet, damit die Klassifizierung abgeschlossen werden kann.
Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, dass Wege selten gerade verlaufen.
Meinen Teil zu dieser Heim-EM wollte ich vor allem auf der Matte beitragen. Jetzt trage ich ihn von der Tribüne bei. Die Weltmeisterschaft im September ist für mich der nächste sportliche Höhepunkt dieses Jahres. Sofern das Verfahren bis dahin abgeschlossen ist, wäre es mir eine Ehre, meine zweite WM kämpfen zu dürfen.
Darüber hinaus arbeite ich weiter auf meine zweiten Paralympischen Spiele hin: Los Angeles 2028. Die Qualifikation hat bereits begonnen, und ich trainiere täglich für dieses Ziel nach dem Ziel. L.A. 28! Judo ist und bleibt meine Leidenschaft.
An alle, die für mich kommen wollten: Kommt trotzdem! Diese EM ist ein Fest für unseren Sport. Ich wünsche allen Athletinnen und Athleten ein großartiges Event, und unserem deutschen Team drücke ich ganz besonders die Daumen. Viel Erfolg!
Mehr lässt sich zum laufenden Verfahren derzeit nicht sagen. Weitere Fragen beantwortet die Presseabteilung des DBS.
Danke für euer Verständnis.
Bis bald wieder auf der Matte!
Lennart